Goodbye Germany… Die Auswanderer.

Juni 27, 2008 at 12:18 (Abschied, Erkenntnisse)

Jetzt ist es soweit. Die Zeit des Abschieds hat nun offiziell begonnen.
Der letzte Schultag ist überstanden und das erste Mal sind Tränen geflossen. Von nun an folgt eine Abschiedsparty nach der anderen. Originelle Geschenke für die Auswanderer müssen her, verheißungsvolle Worte müssen auf eine Karte geschrieben werden und die eigene Abschiedsfeier muss organisiert werden.

Viele von meinen Freunden und Bekannten packt das Fieber. Weg hier. Einfach weg. Und zurück lassen. Wenigstens einen Teil. Freunde, Familie, das ein oder andere Hobby und die Gewohnheit. Die Gewissheit, dass alles schon irgendwie laufen wird, so wie es jeden Tag irgendwie läuft. 

Ich werde sentimental. Auf der einen Seite ist da die Gewohnheit und der Alltag, den ich einfach nicht mehr sehen kann. Der mich ankotzt, jeden neuen Tag. Da sind die Freunde, die nicht mehr als nur Bekannte sind. Und eben jene Klassenkameraden, die sich zu Herzen genommen haben, alle guten Zeiten in der Klassengemeinschaft aus dem Gedächtnis zu verbannen und durch neue, schlechte zu ersetzen. Auf der anderen Seite warten hier echte Freunde. Wirkliche Freunde, stundenlange Telefonate, spontane Treffen, einfühlsame Momente und Glücksgefühle. Da wartet die Familie, die Halt und Kraft gibt und einfach die tollste Familie der Welt ist. Es sind neue Freundschaften entstanden, erst in den letzten Monaten, die viel eher hätten entstehen sollen. Und da hockt mein Hobby, mein kleines unpopuläres Hobby und meine Trainingsgruppe, die ich verlasse. 

Und was erwartet mich, auf der anderen Seite des Ärmelkanals, bei den Inselaffen? Ich weiß es nicht. Und eben diese Ungewissheit macht es so schwer. Wie kann man etwas zurücklassen, wenn man doch nicht weiß, was man dafür bekommt? Ob man überhaupt etwas bekommt… 

Ich habe mir vorgenommen zu schreiben. Den Freunden, die ich zurücklasse. Den Freunden, die auch ein ganz neues Kapitel in ihrem Tagebuch anfangen werden. Und denjenigen, die ich schon fast vergessen habe. 

Und eines habe ich mir Vorgenommen: zu leben. Und vorher werde ich noch alle letzten Momente mit den bedeutenden Personen meines Lebens verbringen und die ein oder andere Träne vergießen. Die letzten zwei Monate werde ich auskosten.

Beside every tear that sorrow has left you 
tears of joy will take their place…
(Tuch and Patti – Tears of Joy) 

Permalink 1 Kommentar

Von Bällen… und „Das Runde muss ins Eckige“

Juni 14, 2008 at 9:15 (Uncategorized)

Ja, ich gucke Fußball. Wieder.
Nachdem ich mich noch 2006 bei der WM dagegen gewehrt habe und letztendlich auf Euphoriewellen meines Heimatlandes doch zu den Public Viewing Plätzen geschwommen bin, habe ich jetzt einfach beschlossen von vorn herein einfach die interessanten Spiele zu gucken.
Nicht nach dem Sinne: Ah, wenn ich jetzt so tue, als ob ich mich für Fußball interessieren würde, dann komme ich vielleicht besser bei den Typen an. Und auch ganz bestimmt nicht, um mich über Christiano Ronaldos Oberkörper zu unterhalten. Auch nicht, weil ich soo viel Ahnung von Fußball habe.

Nein, ich glaube ich gucke einfach nur, weil ich irgendwie ein paar kleine Sympathien für verschiedene Länder entwickelt habe. Und weil es mich interessiert, welche „Folgen“ der Fußballkonsum hat.

So wurde ein in Polenflagge eingewickelter Schüler erst einmal von Pfiffen und Buh-Rufen durch die Schule begleitet wurde. Alle anderen haben die letzten Tage ständig EIN stinkendes Deutschlandtrikot an und natürlich die Flagge auf ihr Gesicht gemalt. 
Zum letzen Deutschlandspiel (das ich leider nicht gucken konnte, weil ich einen wichtigen anderen Termin hatte) waren dann prompt ab halb 6 Uhr alle Straßen verstopft, weil alle arbeitenden Menschen noch schnell und rechtzeitig nach Hause kommen wollten…

Ich gucke jetzt das Griechenland-Russland-Spiel und habe beschlossen einfach mal für Russland zu sein. Denn das Land, das ich mit Herz und Seele für mindestens 90 Minuten lang unterstütze hat bis jetzt (fast) immer verloren.
Mein Frankreichtrikot ist dieses Jahr noch unbenutzt und wird sich wohl oder übel zu dem Englandtrikot in meinen Schrank gesellen.

Naja. Die Hoffnung stirbt zuletzt. 
Und „Jede Seite hat zwei Medaillen“…

Permalink 2 Kommentare

When you are young, you think that things last forever…

Mai 17, 2008 at 10:44 (Uncategorized)

… unfortunately they don´t.

Und da sehe ich euch stehen.
Die drei Grazien. Das Dream-Team.
Tuschelnd in der Ecke, wie früher, all die Jahre zuvor.
Anders als die Anderen. 
Getrennt durch Unterschiede. Verbunden im Inneren.
Ein enges Band aus Geheimnissen und Vertrauen. 
Ein Lachen im Gesicht, von dem nur eine der Eingeweihten weiß, woher es kommt.
Da steht ihr nun und redet.
Tauscht die Gedanken ausnahmsweise einmal durch gehauchte Worte.

Und ich denke, dass euch die Dreisamkeit auch gut steht. Viel besser als die enge, kneifende Corsage der Viersamkeit. 
Ein flatterndes Kleid. Blütenrein und frei. Unschuldig und neu.

Ich fahre mit dem Finger über die Brandnarbe an meiner rechten Hand. In ihr sind Erinnerungen eingeschlossen. Erinnerungen an mein Leben mit den drei Grazien.

 Und in Gedanken schließe ich meine Hände fest um das Flugticket.

As we go on, we remember 
All the times we had together.
And as our lifes change from whatever
We will still be friends forever. 

Permalink 1 Kommentar

Weil ich ein Määääädchen bin…

Mai 4, 2008 at 9:36 (Erkenntnisse, HalloWelt, SoIstDas)

Ich mag keine Mädchen. Mädchen sind irgendwie einfach doof. Und echt komisch.

Mädchen sind kompliziert und geben sich herrlich einfach. Oder sie sind einfach gestrickt, aber umhüllen sich in einer Wolke aus Mysteriösem und Unbekannten – und sind somit kompliziert.
Entweder Mädchen versuchen absichtlich süß und klein und knuffelig zu sein. Oder sie verstecken ihr liebes engelhaftes Wesen und spielen die Zicke, nur um interessanter zu wirken.
Mädchen sind entweder so, dass sie sich dem Standartbild von einem Mädchen anpassen und fügen. Oder sie vergessen ihr „normales“ Inneres und tun so, als ob sie komplett anders als alle anderen wären.

Mädchen sind einfach komisch.
Sie sind sich wochenlang böse und werfen sich noch Jahre später Ungerechtigkeiten aus der Kindheit vor. 
Mädchen heulen bei Abschieden, Liebesfilmen und abgebrochenen Fingernägeln.
Sie malen sich an, auch wenn nicht Karneval ist und quetschen ihren Körper in Kleidung, aus der später alles wieder rausquillt. 
Sie lernen Fußballspielen und interessieren sich für Autos, nur um den Typen zu gefallen.
Mädchen betrachten andere Mädchen von oben bis unten mit kritischen Augen und fangen an sie zu beschimpfen, sobald sie außer Hörweite sind.
Mädchen benutzen ihre Fantasie um böse Geschichten über andere zu erzählen und treffen sie damit immer an ihrer Schwachstelle.
Mädchen rennen den falschen Typen hinterher und vergessen für sie alle Errungenschaften der Emanzipation.

Mädchen sind komisch. Und ich bin wirklich froh, dass ich kein Junge bin. Sonst müsste ich noch versuchen die Mädchen zu verstehen… 

Mir ist klar, dass sich die oben genannte Bezeichnung von Mädchen auf keinen Fall auf alle Mädchen bezieht, sondern wohl eher ein „Durchschnittsmädchen“ mit allen Vorurteilen beschreibt. Allerdings ist dieses Mädchen das, was einem auffällt, wenn man seinen Blick eine gesamte Woche lang auf Verhaltensweisen von Mädchen fixiert.

Permalink 2 Kommentare

You have it or you don´t…

Mai 2, 2008 at 12:54 (Erkenntnisse, HalloWelt, SoIstDas)

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich die menschliche Bevölkerung primär in zwei Gruppen einteilen lässt:
Die Merker, und die Nicht-Merker.

Die Nicht-Merker, sind die Typen aus der U-Bahn, die dir einen blöden Spruch hinterher rufen, obwohl es dir sowieso schon dreckig geht.
Es sind die Freunde, die dich einen Abend lang ignorieren, an dem du es wunderbar gebraucht hättest, mit ihnen Gedanken zu tauschen.
Es sind jene Egoisten, die nicht mitbekommen, dass ihr Verhalten für dich wie Salz in offnen Wunden ist. 
Es sind die Bekannten, die ausgehen und dich nicht überreden mitzukommen.
Es sind jene Freunde, die sich einen Abend lang betrinken und nicht sehen, dass du einen viel besseren Grund hättest mit Alkohol deine Gedanken zu ertränken.
Die Nicht-Merker glauben dir, wenn du unter Tränen sagst, dass es dir gut geht.

Die Merker sind anders. Und oft die Personen, von denen man es nicht erwartet hätte.
Es sind die Freunde, die dir den Arm um die Schultern legen und leise ins Ohr flüstern, wie wichtig du ihnen doch bist.
Es sind die Mitschüler, die dir ein aufmunterndes Lächeln schenken, während die anderen deine schlechte Laune nur übergehen. 
Es sind die längst vergessenen Freunde, die kommen um zu hören, wie es dir geht und die dich daran erinnern, was für ein guter Mensch du doch bist.
Es sind die Mütter, die abends an die Zimmertür klopfen, dir einen Tee vorbeibringen und sanft über dein Haar streicheln.
Die Merker rufen dich nachts um 11.24 Uhr an und fragen wie es dir geht. Und die Merker legen erst auf, wenn du deine Gefühle in den Hörer schluchzt und sie dir versichern, dass alles wieder gut wird, wenn man es zusammen anpackt.

Liebe Merker,
seid fruchtbar und mehret euch.
Denn die Welt braucht eindeutig mehr von eurer Sorte. 

Permalink 1 Kommentar

Smile baby, just smile!

April 19, 2008 at 12:11 (SoIstDas, Verpeilt?)

Scheiße scheiße scheiße.

 

Samstag „Morgen“ um 12.33 Uhr und was weiß ich wie viele Sekunden (ich war ein bisschen zu perplex, weshalb ich nicht unbedingt auf den Sekundenzeiger der Uhr geachtet habe)

Man stelle sich folgende Situation vor:

Meine Mama mäht den Rasen im Vorgarten. Ich komme gerade aus der Dusche, habe demnach nur einen schwarzen schlichten Slip und ein schwarzes Top an.

Ich reiße also die Haustür auf, hüpfe barfuss über die kalten Pflastersteine um zu meiner Mutter zu kommen und sie zu fragen, ob sie meine Lieblingsjeans gesehen hat.

Man sollte dabei anmerken, dass unser Vorgarten eigentlich an einer Straße liegt, die sowohl von Autofahrern, als auch von Spaziergängern auf den Weg in den Wald vor allem am Wochenende viel genutzt wird. Aber ich wollte nun mal meine Jeans haben. Ich guckte also, bevor ich die Haustür aufmachte, ob jemand auf der Straße zu sehen ist und: ob Wunder, sie war wie leergefegt.

Also. Taps taps, hinüber zu meiner Mama gerannt und gleich schon mal auf dem Weg meine Frage hinüber geschrien. Ich stehe also vor meiner Mutter, leicht bekleidet und hüpfe von einem Fuß auf den anderen, weil sich die Kälte sonst bis in meine (frisch rasierten) Beine ziehen könnte. Aus den Augenwinkeln entdecke ich plötzlich, wie ein Fahrrad den Berg herunter gerast kommt, mache mir aber keine weiteren Gedanken mehr. Doch dann wird das Fahrrad langsamer und kommt direkt neben mir und meiner Mutter zum stehen.

Erst jetzt realisiere ich den 17-jährigen, gutaussehenden Nachhilfeschüler meiner Mutter, der ihr eine DVD vorbeibringen will. Er sieht mich an, von oben bis unten, drückt mir die DVD Hülle leicht irritiert in die Hand. Dann spricht er noch ein paar Worte mit meiner Mutter, die sich ein Grinsen nicht verkneifen kann. Dabei fixiert er mit seinen Blick meine Mutter um ja nicht noch einmal auf mich zu gucken. Ich lächele leicht, drehe mich um und verschwinde durch die Haustür wieder.

 

Ohh jaa. Dieser Auftritt meinerseits gehört in die Kategorie „Einmal richtig blamieren am Tag festigt den Charakter“, wobei ich wirklich behaupten kann, dass er peinlich berührt war, während ich einfach nur da stand und mir gedacht habe: Ändern kannst du es eh nicht mehr. Und deine Hose ist halt weg, so ist das nun mal.

Selbstbewusstes Auftreten ist der Schlüssel zum Erfolg. Also, Bauch rein, Brust raus.

 

Statistisch gesehen dürfte die Wahrscheinlichkeit mich heute auf der Party noch einmal so richtig zu blamieren bei beinahe Null liegen.

Aber ich erinnere immer wieder gerne an diesen Spruch mit absolutem Wahrheitsgehalt:

 

Und aus dem Chaos sprach eine Stimme:
“Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen.“
Und ich lächelte und war froh – und es kam schlimmer.

Permalink 1 Kommentar

The simpler, the better.

April 19, 2008 at 9:42 (Allgemein, SoIstDas)

So. Ich werde jetzt gleich eine schöne Dusche nehmen und mich schon einmal im Badezimmer einschließen für ein paar Stunden. Zum Glück hat mein herzallerliebster Bruder schon geduscht, so dass ich nicht mit lauten Protestrufen seinerseits rechnen muss. Denn es braucht schon seine Zeit, bis man mit allen Gesichtsmasken, Peelings und Cremes das Gesicht remodeliert und restauriert hat, so dass man nach der zweistündigen Arbeit zwar keinen Unterschied zu vorher sieht, aber doch ein ganz anderes Körpergefühl hat. Man blickt in den Spiegel und denkt sich: Boah… jetzt noch die passenden Klamotten und es wäre perfekt.

Kommen wir zu dem nächsten Problem. Ich habe mir in weiser Vorahnung schon in Gedanken genau überlegt,  was ich anziehen möchte heute Abend. Nicht zu außergewöhnlich, aber auch nicht die weiteste und ausgewachenste Jeans. Lieber die enge, dunkle, die irgendwie so ein bisschen alles kaschiert. Dann die graue Sweatshirtjacke und ein tolles lustig bedrucktes Top. Aber wie ich meine Familie kenne, wird die Jacke oder das Top (oder auch beides) noch völlig nass in der Waschmaschine liegen, oder aber meine große Schwester hat sich die Sachen „ausgeliehen“ und mein Top-Outfit befindet sich auf einem Wochenendseminar 250 km von mir entfernt.

Gegen 16 Uhr werde ich nicht mehr an mich halten können und anfangen mir die Haare zu machen. Angefangen mit „zwei manderinengroßen Klecksen“ Schaumfestiger, über ein paar kleine Portionen Gel zum „Akkzente setzten und Modelieren einzelner Strähnen“, bis hin zum letzten Finish, dass über meiner kleinen Heimatstadt ein halbes Ozonloch verursacht: Haarspray. Dann werde ich ständig mit meinen Finger die Frisur befühlen, weil sie ja so perfekt gelungen ist. Um 19 Uhr werde ich dann feststellen, dass ich schon in einer Stunde bei meiner Freundin sein muss, meine Haare aber doch nicht so ganz meinen Vorstellungen entsprechen.

Letztendlich werde ich heute 2 mal unter die Dusche hüpfen, mindestens 4 Schreikrämpfe bekommen, mir 7 mal von meinem Bruder einredenlassen, dass mit das Top wirklich wirklich steht und dann letztendlich doch alle Pläne über den Haufen schmeißen und das schlichte schwarze Top über die Lieblingsjeans anziehen, nur mal schnell die Wimpern tuschen und auf den Blick von der anderen Seite des Spiegels mit einem Schulterzucken und einem breiten Grinsen antworten.

Also, auf ein Neues. (Diesmal endlich wieder ein Text, der nicht vor Gefühlen trieft, der nicht der Kategorie „Herzscheiße“ zugeordnet werden kann und der noch nicht einmal mit einem Wort das männliche Geschlecht erwähnt, auch nicht in Gedanken.  So langsam geht es wieder aufwärts. Und heute abend ganz bestimmt!!!)

Permalink 1 Kommentar

Der Sonne entgegen…

April 16, 2008 at 4:51 (Allgemein, SoIstDas)

Wenn der Sommer schon nicht von alleine kommt, muss man ihn eben herausfordern.

Mit Rock, Ballerinas und der richtigen Portion Lebensfreude. (Bei 9°C, Sturmböen und Dauerregen…)

Und wenn ich´s so recht bedenken, fügt sich der knallig orangfarbene Gute-Laune-Regenschirm auch gut in meinen Sommernachtstraum ein. Nasse Füße? Regentropfen im Gesicht? Ach quatsch. Das ist nur die Brandung des Meeres!!!

Und wenn ich die Luft anhalte, kann ich den Sommer fast schon riechen! Man muss nur daran glauben.

Permalink Kommentar schreiben

Nichts schöneres (für diesen Moment…)

April 13, 2008 at 12:24 (Erkenntnisse, MomentDerBleibt)

Merken, wie der Alkohol langsam seine Wirkung zeigt. Spüren, wie einem das Blut in den Kopf schießt. Das Gefühl haben, jetzt, in diesem Moment, alle Kleidung ablegen zu müssen. Fühlen, wie der Schnaps ein wohliges Gefühl im Magen hinterlässt. Mit einem Lächeln feststellen, dass wohl oder übel der Gleichgewichtssinn langsam schwindet.

Mit dem Freund des Bruders flirten und sich irgendwie einmal so richtig wohl fühlen. In der Küche stehen, morgens um 1.38 Uhr und sich mit irgendeinem Freund des Freundes der großen Schwester unterhalten, der glatte 6 Jahre älter ist. Die gesamte Zeit seine angespannte Rückenmuskulatur gespiegelt in der Fensterscheibe hinter ihm betrachten. Sein Lächeln sehen, seine perfekten Zähne und den süßen Glanz in seinen Augen, bei denen du dich -auf Grund des mäßigen Alkoholkonsums- leider nicht mehr an die Farbe erinnern kannst. Seine sehnigen Hände betrachten, die das bunte Glas fest umschließen. Sich daran erinnern, dass er schon den gesamten Abend über ausgesprochen oft in deiner Nähe war. Sich darüber ärgern, dass er, nachdem er den Altersunterschied erfahren hat, so schnell wieder verschwunden ist, zusammen mit einer Flasche 43er.

Das Klirren von Glas hören und sich sagen: Egal, kümmere dich morgen drum. Die laute Musik mit jeder Faser des Körpers fühlen und sich wundern, wie die kleine Schwester bei diesem Lärm schlafen kann. Zwischendurch in die schwarze Nacht hinaus gucken und sich fragen, warum man diese Erleuchtung nicht öfter hat.

Denn ich brauche ihn nicht. Ganz bestimmt nicht. Weder sein Lächeln, noch seinen Schnaps. Und erst recht nicht seine Rückenmuskulatur! (sich daran erinnern, dass man es sich selbst verboten hat, an ihn zu denken)

Sich darüber bewusst sein, dass man es nicht verlernt hat… das Leben…  

Permalink 2 Kommentare

I didn´t want it to mean that much to me…

April 10, 2008 at 8:29 (Erkenntnisse, Herzscheiße)

Ich hätte es wissen müssen. So warst du nie zu mir. In all den Jahren, von denen du sagst, du wärst in mich verliebt gewesen, hast du dich nicht einmal so verhalten. (Okay. immer wenn ich anfange zu schreiben muss ich alles dramatisieren und überspitzt darstellen. Du hast dich deinen Gefühlen entsprechend verhalten, aber anscheinend waren sie damals nicht ausreichend vorhaben…)

Jetzt kommst du mit ihr um 13.14 Uhr auf mich zu geschlendert, hast einen Arm um sie gelegt und lächelst sie ständig an. Mit diesem scheiß verliebten Lächeln, dem zugenebelten Blick. Dem undefinierbaren Glanz in deinen Augen. Es gab sehr wohl Zeiten, in denen ich in deinen blauen Augen lesen konnte, die so schön im Kontrast zu deinen tiefbraunen Wuschel-Haaren stehen. Jetzt versuchst du ihr die gleichen Signale zu senden. Es klappt wohl nicht so ganz, wie du dir das vorgestellt hast.

Aber egal, ob es wirkt oder nicht. So warst du niemals zu mir. Niemals. Allein das hätte ein Zeichen sein sollen. In all den Jahren der Freundschaft und des Verliebtseins hast du mich niemals, nicht ein einziges Mal zur Bushaltestelle gebracht. Du hast mir nicht ein einziges Mal ein Eis ausgegeben, und den Arm um mich gelernt, während wir zu zweit durch die Stadt geschlendert sind. Du hast mich nicht ein einziges Mal angerufen, wenn es mir schlecht ging und ich selbst nicht die Kraft hatte, deine Nummer zu wählen. Du hast nicht mit mir getanzt. Niemals. Du hast dein Versprechen gebrochen, als du sagtest, du würdest mich nie alleine lassen. Und so langsam versinkt auch noch der letzte Strohhalm, an den ich mich verzweifelt klammere, im Sumpf der Erkenntnisse.

Ich begreife langsam. Ich lasse Gedanken zu, die alle meine Hoffnungen zerstören. Das ist schon mal ein Schritt nach vorn, oder? Ich verliere die Hoffnungen und letztendlich regt sich auch nicht mal mehr das kleine Monster tief in mir, dass alle Mädchen in deiner Umgebung restlos zerfleischen möchte.

Aber, wenn es jetzt schon nichts mehr ist… lass mir wenigstens die Illusion, dass es jemals etwas gewesen ist.

Permalink 1 Kommentar

Nächste Seite »