Nichts schöneres (für diesen Moment…)
Merken, wie der Alkohol langsam seine Wirkung zeigt. Spüren, wie einem das Blut in den Kopf schießt. Das Gefühl haben, jetzt, in diesem Moment, alle Kleidung ablegen zu müssen. Fühlen, wie der Schnaps ein wohliges Gefühl im Magen hinterlässt. Mit einem Lächeln feststellen, dass wohl oder übel der Gleichgewichtssinn langsam schwindet.
Mit dem Freund des Bruders flirten und sich irgendwie einmal so richtig wohl fühlen. In der Küche stehen, morgens um 1.38 Uhr und sich mit irgendeinem Freund des Freundes der großen Schwester unterhalten, der glatte 6 Jahre älter ist. Die gesamte Zeit seine angespannte Rückenmuskulatur gespiegelt in der Fensterscheibe hinter ihm betrachten. Sein Lächeln sehen, seine perfekten Zähne und den süßen Glanz in seinen Augen, bei denen du dich -auf Grund des mäßigen Alkoholkonsums- leider nicht mehr an die Farbe erinnern kannst. Seine sehnigen Hände betrachten, die das bunte Glas fest umschließen. Sich daran erinnern, dass er schon den gesamten Abend über ausgesprochen oft in deiner Nähe war. Sich darüber ärgern, dass er, nachdem er den Altersunterschied erfahren hat, so schnell wieder verschwunden ist, zusammen mit einer Flasche 43er.
Das Klirren von Glas hören und sich sagen: Egal, kümmere dich morgen drum. Die laute Musik mit jeder Faser des Körpers fühlen und sich wundern, wie die kleine Schwester bei diesem Lärm schlafen kann. Zwischendurch in die schwarze Nacht hinaus gucken und sich fragen, warum man diese Erleuchtung nicht öfter hat.
Denn ich brauche ihn nicht. Ganz bestimmt nicht. Weder sein Lächeln, noch seinen Schnaps. Und erst recht nicht seine Rückenmuskulatur! (sich daran erinnern, dass man es sich selbst verboten hat, an ihn zu denken)
Sich darüber bewusst sein, dass man es nicht verlernt hat… das Leben…